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Die Sage von der Weißen Frau vom Schlossberg

In grauer Vorzeit soll der Schlossberg bei Ohrdruf eine mächtige Burg getragen haben. Hier herrschte Herzog Abe und seine Gemahlin Bolfriana, beide aus dem Stamme der Harlungen geboren.

Bald nach ihrer Heirat verliebte sich Bolfriana in Trion, einen Gefolgsmann ihres Gatten. Oft kamen beide am Fuße des Schlossberges zusammen. Doch erfuhr Herzog Abe eines Tages durch eine Brief Trions, den er bei seiner Gemahlin fand, dass die Liebenden beschlossen haben zu fliehen.

Mit einigen handfesten Recken legte sich bald darauf Abe in den Hinterhalt, just an der Stelle, an der die Flüchtlinge vorbeikommen sollten. Da sah er auch schon Bolfriana, in einem weißen Mantel gehüllt und Trion leise den Berg hiabkommen, um das Weite zu suchen.

Plötzlich tritt da Abe hervor und sticht Trion nieder. Bolfriana aber ließ er in einem Keller der Burg einmauern, wo sie schmachtend eines elenden Todes starb. Aber auch Abe und seine Mannen ereilte das Geschick, denn der Berg öffnete sich und die herrliche Burg stürzte in die Tiefe, alles mit sich reißend, was in ihren Mauern weilte.

So ist sie spurlos verschwunden und kein einziges Wort ist über ihre Geschichte bekannt geworden. Wo aber Trion unter Abes Schwert verblutete, entsprang aus dem Berge eine silberklare Quelle, die noch heute den durstigen Wanderer labt und Kunde gibt von der versöhnlichen Liebe.

Auch Bolfraiana ist nicht gestorben, ihr Geist lebt weiter und allnächtlich kommt sie zu der Stelle, wo sie ihren Geliebten zum letzten Male gesehen, ihn mit heißer Sehnsucht suchend. Ein Gebund Schlüssel an sich hangend, mit denen sie Gewölbe öffnen kann, wo riesige Schätze verborgen liegen geht sie vorm Berg herab nach der Quelle, badet sich in derselben und steigt dann wieder den Berg hinauf.

Aber nur demjenigen werden die Schätze zuteil, der ihr begegnet, das rechte Befreiungswort zu ihr spricht und sie damit von weiterem Umherirren erlöst.

Viele Leute wollen die Weiße Frau gesehen und auch auf ihre Fragen geantwortet haben, aber immer verschwand sie wieder mit einem tiefen Seutzer, denn das rechte Befreiungswort ward nie gesprochen.

(Aus Mellers "Merkwürdigkeiten"", 1732, Sl. 459 ff. und Witschels "Sagen aus Thüringen", 1886, S. 160 ff.)



 
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